Konzert in der Schlosskirche Friedrichshafen

Termin 12.05.2024

Georg Friedrich Händel (1685 – 1759)

Feuerwerksmusik (HWV 351)
Coronation Anthems („Krönungshymnen“) I, II und III


Jan Dismas Zelenka (1679 – 1745)

Te Deum in D a due cori (ZWV 146)

Philharmonischer Chor Friedrichshafen
Kammerchor Tettnang
unter Leitung von MD Joachim Trost

www.philharmonischerchor-friedrichshafen.de/

Konzert im GZH in Friedrichshafen

Im diesjährigen „Classic Winds“-Konzert des Stadtorchesters dreht sich alles um dem nordamerikanischen Kontinent. Dabei wechseln sich kurzweilige und komödiantische Werke wie die Circus Band von Charles Ives oder die American Overture von Joseph Willcox Jenkins mit tiefgründigen Musik- stücken ab, die zum Nach- denken anregen.

So erzählt „A Movement for Rosa“ die Geschichte der Bürgerrechtlerin Rosa Parks. Ein Abstecher in den Wilden Westen erlebt das Publikum mit einem Saloon-Besuch in Sasparilla von John Mackey. Am Klavier interpretiert Walter Ratzek gemeinsam mit dem Orchester das selten aufgeführte „Klavierkonzert in C-Dur von Leroy Anderson“, bei dem sich Elemente des großen roman- tischen Klavierrepertoires mit unterhaltenden Passagen abwechseln.

Werke von Willcox Jenkins, Camphouse, Anderson, Ives, Gillingham, Mackey und Bernstein bilden den musikalischen Rahmen, den das Stadtorchester Friedrichshafen am Samstag 16. März 2024 präsentierte. Es hat Spass bereitet, dem Orchester und der teilweise eigenwilligen Musikauswahl aus den USA zuzuhören.

 

Demo gegen rechts in Friedrichshafen

Es hat lange gedauert bis sich in Friedrichshafen eine Aktionsgemeinschaft gegen die rechten Umtriebe gebildet hat. Und dann zu einer Demonstration gegen die rechten politischen Umtriebe aufgerufen hat. Am 03. März war es dann so weit: Die Demo gegen rechts konnte bei wunderschönem Frühlingswetter mit starten. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz hat am Sonntag, 3. März, unter dem Motto „Herz und Haltung statt Ausgrenzung“ zu der Demonstration eingeladen. Und etwa 2.300 Demonstranten sind der Einladung gefolgt.

Start der Demo war um 15 Uhr auf dem Fridolin-Endraß-Platz in der Nordstadt. Der Demonstrations- zug führte nach etwa 1,2 km zum Rathaus auf den Adenauerplatz. Das Bündnis für Demokratie ist überparteilich und wird von den Fraktionen und Gruppierungen des Friedrichshafner Gemeinderats, den Kirchen und Gewerkschaften getragen. Ebenfalls mitbeteiligt ist das Bündnis für Vielfalt, in dem viele Gruppen und Vereine der Stadt vertreten sind.

Ziel der Domstration: „Herz und Haltung statt Ausgrenzung“ steht auf dem Flyer zur Kundgebung. 500 davon wurden verteilt. Zusätzlich wurden 100 Plakate aufgehängt und es waren Ankündigungen in den sozialen Netzwerken zu lesen. Die Hoffnung der Veranstalter war unter anderem: Brücken zu bauen und Menschen zurückzugewinnen, die sich von der Demokratie abwenden. Und klar Haltung zu zeigen gegen die rechen Umtriebe in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklung.

Peter Gerstmann, Chef des Zeppelin-Konzerns hielt aus unserer Sicht die beindruckendste Rede auf dem Adenauerplatz. Er rüttelte auf und gab uns mit auf den Weg, dass es „unsere verdammte Pflicht ist, dafür zu kämpfen, keinen einzigen Wähler an die Extremisten und Faschisten zu verlieren.“

Pferd Bodensee 2024

Alle zwei Jahre findet die Pferd Bodensee in Friedrichshafen statt. So auch dieses Jahr im Februar. Alle zwei Jahre verwandelt diese Messe die Hallen in eine Erlebniswelt für Reiter, Fahrer und Pferdeliebhaber. Drei Reitringe mit Aktionsprogramm, das Reiter-Feriendorf und die Gala-Abende Im Takt der Pferde stützen die Fachkompetenz und den Unterhaltungswert dieser größten Fachmesse in Süddeutschland. Schweizer, Österreicher und Italiener sind die Hauptbesucher neben den süddeutschen Besuchern. Wir waren mit unserer Enkelin dort, die sich für Pferde interessiert und ganz begeistert von der Messe war. Das Beste waren in ihren (und meinen) Augen die Kutschen, die Verkaufspferde und die Vorführungen in der Reitarena.

Staatsräson, Israel und Antisemitismus

Interboot 2023

Die Interboot 2023 in Friedrichshafen (23.09. bis 01.10.2023) steht an und die ehemalige Rennyacht ARGO ist mit einem attraktiven Stand in der Halle A3 beteiligt: Das Bild oben zeigt das Schiff auf der Messe, das mit Unterstützung der Michelsen Werft Friedrichshafen auf die Messe gebracht wurde. Der Verein versucht mit der Interboot-Aktion neue Mitglieder zu finden, welche die Renovierung und den späteren Segelbetrieb des Schiffes als Jugendschiff aktiv und/oder finanziell unterstützen. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Website des Vereins. Für eine Kurzinformation über die Yacht und deren Geschichte kann man den Flyer  und bei Bedarf auch den Antrag auf Mitgliedschaft im Verein ARGO e.V.  hier herunterladen.

Blutritt 2023

Das Wetter war gut, es hat nicht geregnet. Etwa 1.800 Blutreiter*innen haben teilgenommen. Cem Özdemir war der politische Festgast des Tages und er hatte wohl seinen Spass an der Veranstaltung. Karlheinz, Charly und ich sind von Kanzach nach Weingarten mit der Kutsche unterwegs gewesen. Es war eine schöne und lange Fahrt mit verschiedenen Pausen, wobei wir dabei kulinarisch verwöhnt wurden.

Gefahren sind mit mit einem klassischen Achenbach-Wagen, also einem Jagdwagen alter Bauart mit vier Sitzen und zwei Notsitzen. Ein wirklich bequemes Fahrzeug. Als Gespann haben wir drei Pferde angespannt. Eine ungewöhnliche Troika-Anspannung, die viel Verschnallungsaufwand bedeutet. Das Fahren mit dem Dreispänner war angenehm. Alle haben dem Gespann Platz gemacht – drei Pferde nebeneinander vor einer Kutsche machen Eindruck und verschafft Platz. Da eine derartige Anpsannung kaum zu sehen ist gab es nette Kommentare, Fragen und Bemerkungen. Nach etwa sieben Stunden waren wir am Ziel, haben die Pferde bestens versorgt, den Wagen gewaschen und alles für den eigentlichen Blutritt vorbereitet. Der lief dann wie gewohnt ab. Mit dem Unterschied zu früher, dass jetzt doch eine Reihe von Blutreiterinnen mitgeritten sind. Das können ruhig noch ein paar mehr werden, damit der Blutritt in Weingarten seine "Vormachtstellung" hält – hinsichtlich der Anzahl der Pferde.

Ukraine-Krieg

Apokalypse von Marjinka

Andreas Rüesch von der Neuen Züricher Zeitung berichtet am 16.02.2023 mit Hilfe des untenstehende Videos von den Kriegsgräueln, die von den Russen in der Ukraine veranstaltet werden. In der Stadt Marjinka ist fast jedes Leben ausgelöscht worden. Das entsetzliche Video zeigt einen einsamen Panzer inmitten einer Trümmerlandschaft, der aus nächster Nähe die Ruine eines zerbombten Gebäudes beschiesst. Riesige Rauchwolken steigen über der höllischen Szenerie hoch. Unter dem Video prangen die russische Flagge und der Ausspruch „Unsere Panzertruppen sind die besten“. Die Webseite der Russen wurde übrigens, während ich diesen Artikel in meiner Wesite bearbeitet habe, entfernt.

Bei der zerstörten Stadt handelt es sich um den Ort „Marjinka", einem einstmals beschaulichen Ort mit 10.000 Einwohnern unweit von Donezk. Sein freundlicher Name – übersetzbar als „Mariendorf" – hat nichts mit dem Grauen zu tun, das sich hier in den vergangenen Monaten abgespielt haben muss. Hier erfolgt eine Kriegsführung durch die Russen ohne jede Moral, ohne Sinn und Verstand. Dokumentiert werden diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit paradoxerweise durch die Russen auf völlig absurden Webseiten, in denen die Taten der Russen bejubelt werden.

Schaut diesen Film an und trauert um die Menschen dieser Stadt, um die Stadt selbst und hofft, dass derartige Verbrechen eines Tages vor einem ordent- lichen Gericht gesühnt werden.

Zurück aus Wien

Wir waren eine Woche mit dem Zug in Wien und haben die dortige Kultur genossen. Das bedeutet bei uns Opernbesuch, Besuch der Hofreitschule, Museen und Stadtbesichtigung. Und das alles bei traumhaft gutem Wetter Anfang Januar.

Zurück aus Grönland

Wir sind zurück aus Grönland. Auf unserer Reiseseite sind die ersten Eindrücke und Infos zu dieser Reise zu finden.

We are back from Greenland. On our travel page you can find the first impressions and information about this trip.

Asoziale* katholische Kirche in Ailingen – Lärmterrorismus –

Es ist nicht zu begreifen – da hat die katholische Kirche in Ailingen die ganze Woche Zeit, ihr ungenutztes Areal um das marode Kirchengebäude zu mähen und zu reinigen. Aber nein – das muss immer am Samstag erfolgen. Das geht vom Frühstück bis gegen 17.00 Uhr. Da verursacht ein Laubbläser ohne jede Schalldämmung, ein Rasenmäher alter Bauart und ein unsensibler Mitarbeiter eines Hausmeisterdienstes einen kirchlich veranlassten „Höllenlärm“. Dies verhindert, dass Menschen in der Nachbarschaft der Ailinger katholischen Kirche an schönen Tagen bei schönem Wetter entspannt ihren Garten, ihren Balkon oder ihre Terrasse nutzen können, um sich am Wochenende mal etwas zu entspannen und zu erholen.

Man muss sich nicht wundern, dass der katholischen Kirche immer mehr Menschen den Rücken zuwenden und diesen Verein verlassen, der jede Sensibilität im Umgang mit den Mitmenschen vermissen lässt. Dass nur noch ca. vier Prozent der katholischen Bevölkerung am Sonntag aktiv in die Kirche gehen verwundert nicht. Bei diesem in jeder Hinsicht unsensiblen Verein ist es anscheinend nicht erwünscht und daher sinnlos, auch auf solch kleine Missstände hinzuweisen und um Abhilfe zu bitten. Was der Autor dieser Zeilen vor über einem Jahr schriftlich bereits versucht hat. Ohne Erfolg!

Wie soll dann eine Problemlösung bei den großen Problemen dieses Vereins gelingen. Aber die katholische Kirche beweist ja seit Jahren, dass sie dazu nicht fähig ist. Ist es bei diesem Verhalten der Kirche nicht verwunderlich, dass die Menschen in Scharen die Kirche verlassen. Man kann ja auch ohne sogenannte Amtskirche ein gutes christliches Leben führen, auch wenn die Kirche dies abstreitet.

* Asozial“ bezeichnet an sich ein von der anerkannten gesellschaftlichen Norm abweichendes Verhalten: Ein Individuum oder eine Gruppe verstößt durch die eigenen Handlungen gegen geltende gesellschaftliche Normen und gegen Interessen anderer Mitglieder der Gesellschaft (hier gegen allgemein anerkannte Normen der Lärmerzeugung).

Kressbronn Kunstmarkt

Kunstmarkt im Seegarten am Landungssteg – bei traumhafter Kulisse. Viele Künstler und Handwerker bieten ihre selbst hergestellten Waren zum Verkauf an. Der diesjährige Kunst- und Töpfermarkt findet an der Uferparkanlage im Kressbronner Seegarten statt. Töpferwaren, verschiedene Arten von Schmuck, Besen, Skulpturen aus Stein und Metall, Windspiele, Drechselarbeiten, Naturseifen, Lodenwaren, Bilder und Gartendekorationen aus Holz und Metall sind erhältlich. Die Aaussteller waren nicht so zufrieden – es wurde zu wenig gekauft. Die schlechte politische und wirtschaftliche Lage wird auch hier deutlich – die Menschen geben kein Geld für schöne Dinge aus, die es hier wirklich gibt, die aber nicht notwendig sind. Es ist schade für die Aussteller und Künstler, die sich Mühe gegeben haben einen schönen Markt zu gestalten.

März 2022

EXPO in Dubai – spannender Besuch

Die EXPO 2020 wurde am 30. September 2021 offiziell eröffnet. Standort der Expo ist ein 438 Hektar großes Gebiet zwischen den Städten Dubai und Abu Dhabi, nahe der westlichen Grenze des Emirats Dubai mit dem Emirat Abu Dhabi. An der EXPO sind 192 Länder mit Pavillions beteiligt. Diese bieten das wohl breiteste Spektrum dessen, was auf der Welt aktuell geboten, geforscht, gelernt und wie heute und in Zukunft vermutlich gelebt wird. „THE LÄND", also Baden-Württemberg nimmt mit einem eigenen Pavillion an der EXPO teil – man muss die Präsentation des Landes gesehen haben.

Die gewaltigen Pavillions sollen nach dem Ende der EXPO als nachhaltiger Wohnraum für ca. 30.000 Menschen fungieren. In der Zeit vor der EXPO hat Dubai umfangreiche Investitionen in verschiedene Infrastruktur- und Energieprojekte getätigt und unter anderem das weltweit größte Solarstromprojekt gestartet. Alle diese „ grünen“ Projekte stehen mit der Expo 2020 in Verbindung.

Im März besuchen wir die Ausstellung, nachdem die Coronaproblematik durch die Impfung doch etwas in den Hintergrund geraten ist und die aktuellen Impfungen uns halbwegs Sicherheit geben. Wir werden uns etwa eine Woche in Dubai und Abu Dhabi aufhalten. Wobei Abu Dhabi für uns der deutlich schönere Ort ist, auf den wir uns besonders freuen.

HÄLLO – THE LÄND in Dubai

Peinlicher Auftritt – rausgeschmissene Steuergelder!

17,74 Millionen Euro kostet der BW-Pavillion den Steuerzahler, so der Stand der Finanzen bei unserem Besuch im März 2022.

Ein nicht ganz preiswertes Vergnügen, das nicht ohne Kritik im Land ist. Wir waren dann mal dort und haben uns den hochgelobten und durchaus heftig kritisierten Pavillion angeschaut.

Das Konzept wurde früh vorgestellt – die praktische Umsetzung war (zumindest bei unserem Besuch am 12./13. März 2022) eine wahrhaftige Enttäuschung. Warum? Der Pavillion hatte im oberen Geschoss einen großen und netten Balkon mit einem weiten Blick in die Landschaft um das EXPO-Gelände. Nette Sitzgelegenheiten waren vorhanden und es kamen eine Menge Menschen. Die hätten gerne mal schwäbischen Pro Secco probiert, eine Brezel verspeist oder gar ein paar Spätzle getestet. Fehlanzeige! Es gab nichts, der Balkon war verdreckt und kein Personal war weit und breit sichtbar.

Das gleiche Bild eine Etage tiefer in Restaurant. Gastlichkeit und einladend wirkende Schwaben waren Fehlanzeige. Ebenso war, wie oben, die Sauberkeit zu bemängeln. Nur ein Fußballer übte einsam vor dem Lokal auf der Freifläche – ein Fußballkünstler. Wie sich später herausstellte. Das war`s!

Auch der zweite Besuch einen Tag später war ähnlich. Kein Ambiente, keine dynamischen und Freundlichkeit versprühenden Schwaben waren anzutreffen – das wirkte alles so als ob hier keiner mehr Lust hatte.

Und die hochgelobte Hightec-Industrie war nicht vertreten. Als Ansprechpartner nur ein paar gestresst erscheinende „Aufsichtspersonen“ denen man keine tiefgehende Frage stellen durfte. Das Lenkgetriebe eines PKW und ein paar einfachste Präsentationen – das war`s.

Wir waren zuvor im Pavillion des Stadtstaates Singapur. Welch ein Unterschied. Freundliche und zuvorkommende Menschen bemühten sich um ihre zahlreichen Gäste, man wurde mit köstlichen Dimsum bewirtet. Das sind traditionelle Spezialitäten der asiatischen Küche und eine in Asien sehr verbreitete Speise, die meist gedämpft oder frittiert zum Frühstück oder Mittagessen serviert werden.

Keine Spitzenstellung erkennbar

Wie man sich gut präsentiert hätten sich die Schwaben beim Campus Germany anschauen können. Die waren hervorragend und galten als einer der ungekrönten Messegewinner. THE LÄND war ein gut gedachter Claim, der zumindest bei unseren Besuchen so geführt wurde, dass es penlich war, aus diesem LÄND zu kommen.

Februar 2022

Start in ein Reiterleben?

Mit meíner Enkelin gehe ich seit Anfang Februar zum Reiten. Sie hat Spass, Ehrgeiz und keine Angst vor den großen Tieren Mal sehen was daraus wird. Im Moment werden „nur” Reitponys bewegt und die „Großen” dürfen vor dem Wagen laufen.

Atomenergie – wird grün?

Jeden Freitag demonstrieren in vielen Ländern Schüler*innen für eine bessere Klimapolitik, vor allem wegen der Kohle. Immer noch werden Kohlekraftwerke für etwa 38 Prozent der weltweiten Energieerzeugung genutzt. Mit allen damit verbundenen Folgen: im letzten Jahr sanken die Treibhausemissionen nicht, sie stiegen trotz Pandemie um 2,7 Prozent.

Es wird daher sinnigerweise über Alternativen nachgedacht, um die notwendigen Klimaziele zu erreichen. In einigen Ländern tatsächlich schon lange. Allerdings nicht bei uns in Deutschland. Die auf uns zukommende Stromlücke soll durch regenerative Energiequellen wie Windkraft und gasbetriebene Kraftwerke geschlossen werden. Diese hinterlassen im Verbund deutlich weniger Emissionen als Kohlekraftwerke, aber doch wesentlich mehr als Energieerzeugung mittels Atomkraft.

Es wird weltweit am „Atomstrom“ geforscht, als Ersatz für die bestehenden und problematischen „Sidewasser-Reaktoren“. Ein Denkansatz ist der Bau kleiner modularer Reaktoren (Small Modular Reactors – SMR). Man könnte diese Reaktoren verkürzt wie folgt beschreiben: es sind kleine Reaktoren vom Fließband. Anstatt einzelne große Blöcke mit großer Leistung nach spezifischen Vorgaben individuell und aufwändig zu bauen, können „Small Modular Reactors“ in Serie hergestellt werden. Standardisierte Herstellungsprozesse und gleiche Bauteile ermöglichen es, die Kosten senken. Praktiziert wird diese Technik mit kleinen Reaktoren schon länger beim Bau von Antrieben für Atom-U-Boote.

Kleine modulare Reaktoren können serienmäßig in der Fabrik hergestellt und mit Lkw an den Aufstellungsort gebracht werden. Weil sie klein sind und darum selbst bei einem Unfall wenig Radioaktivität verstrahlen, können sie in der Nähe von Städten arbeiten. Sie produzieren wenig Abfall, den einige SMR-Modelle in den eigenen Brennstoffkreislauf wieder integrieren. Sie eignen sich vor allem zur Ergänzung von Wind- und Sonnenenergie, wenn hier zu wenig Energie erzeugt wird. Werden die SMR nicht mehr benötigt, holt sie ein Lkw zur Entsorgung ab.

Grüne Kugelbett-Reaktortechnik

In Deutschland werden sie verhindert, in China ist sie aktuell im Einsatz: die Kugelbett-Reaktortechnik. Von ihr geht ein recht geringes Risiko aus, das sich hierzulande sogar versichern lässt.

Bei der Kugelbett-Reaktortechnik kommen keine Brennstäbe zum Einsatz, sondern sandkornkleine Panzerkörner. Das sind nadelkopfgroße Kernbrennstoffe, die von einer diamantharten Hülle aus Siliziumkarbit umgeben werden. Diese Körnchen kommen - ähnlich wie Rosinen ins Brötchen - in eine etwa handgroße Grafitkugel. Die Haltbarkeit dieser Keramikhülle um den Kernbrennstoff - und später den Atommüll - wird von den Experten mit mindestens eine Milliarde Jahre angegeben. Damit wäre das Endlagerungsproblem gelöst. Auch der Betrieb der Kernkraftwerke wäre von seinen heutigen Risiken befreit. Doch die Entwicklung dieser Technologie ist in Deutschland unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eingestellt worden. Eine politische Fehlentscheidung die nicht nachvollziehbar ist, da die vorhandenen störanfälligen Sidewasserreaktoren der zweiten Generation weiterbetrieben werden konnten.

Das Kernforschungszentrum Jülich hat China und Südafrika das Know-how über die Kugelbett-Reaktortechnik zur Verfügung gestellt. In Peking ging der Prototyp eines Kugelbett-Reaktors vor drei Jahren in Betrieb. Die Südafrikaner wollen aktuell mittelgroße Kugelbett-Reaktoren mit einer Leistung von 150 Megawatt bauen. Als nuklearer Brennstoff kommt im Kugelbett-Reaktor nicht Uran, sondern das Element Thorium zum Einsatz. Damit entsteht kein waffenfähiges Plutonium und das Element Thorium ist häufiger verfügbar als Uran.

Die Kugelbett-Technologie scheint der herkömmlichen Reaktortechnologie in vielen Punkten überlegen zu sein. Trotzdem hat sie wohl angesichts der aktuellen politischen Lage in Deutschland keine Chance auf eine Anwendung, was schade und eigentlich nicht akzeptabel ist. Daher muss über die Qualitäten der Kugelbett-Reaktoren in der Öffentlichkeit gesprochen werden, sonst gibt es für diese Technologie keine Zukunft. Vielleicht ist dieser Beitrag dazu ein kleiner Baustein in Richtung grüner Atomstrom.

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Baden-Württemberg „The Länd“ – Kampagnenstart 10.2021

Die neueste Werbeaktion des Landes – sie wird immer skurriler in ihren Aktionen und Kosten. Und dass die Imagekampagne im Ausland Wirkung zeigt ist sehr umstritten.